18:23 / 16. Juni 2020

"Jochen Schulz hat Spuren hinterlassen"

Hans-Günter Fischer zum Tod von Jochen Schulz

Im Alter von 84 Jahren ist Jochen Schulz am 4. Juni verstorben. Eine Würdigung von Bürgermeister Hans-Günter Fischer.

Jochen Schulz | Foto © privat

Jochen Schulz hinterlässt Spuren.

Es erfüllt mich mit Dankbarkeit, diesem außergewöhnlichen Menschen Jochen Schulz begegnet zu sein, der unsere Region und unser aller Leben begleitet und bereichert hat.

Jochen Schulz hat Spuren hinterlassen, wo immer er Verantwortung übernahm.

Er war ein Mensch mit vielen und mit außergewöhnlichen Begabungen: ein politischer Mensch, ein Intellektueller, ein Poet, ein Kommunikator – und er war ein echter Kämpfer.

Er hatte einen starken Gestaltungswillen. Auch deshalb hat er sich konkret für die Gestaltung seines unmittelbaren Umfeldes, und auch der Gesellschaft insgesamt, eingesetzt. Er hat mit dieser Haltung und mit diesen Fähigkeiten vieles erreicht. Und auch wenn er die Ziele nicht sofort erreichen konnte, gab er nicht auf. Er war aber auch ein großer Kämpfer, der auch nicht resignierte, als er mit großen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Es sagt viel über ihn aus, dass er aus der Krise noch einmal stärker herauskam und damit anderen Mut machen konnte.

Er hat selbstverständlich immer Verantwortung übernommen, er wollte gestalten und hat er hat viel gestaltet.

So würdigen wir auch das Leben des Initiators und Ehrenvorsitzenden des Seniorenbeirats der Verbandsgemeinde Linz, der sich in den Dienst der Gemeinschaft gestellt hat.

Denn ohne seine maßgebliche Initiative wäre vor über zwanzig Jahren der Seniorenbeirat nicht gegründet worden. Dazu schrieb Jochen Schulz in einer Jubiläums-Broschüre:

Die Story ist schnell erzählt: Ein geharnischter Leserbrief (das war J. Schulz) in der Presse, damals vor etwas mehr als 15 Jahren, geißelte die Zeitungsnachricht, der Sozialausschuss der Verbandsgemeinde habe sich in Wohlgefallen aufgelöst und seine Arbeit heimlich, still und leise, und vor allem ersatzlos eingestellt. Dies ließ sich immerhin so lesen, als hätten die für die ortsnahen sozialen Probleme zuständigen Politiker, so mir nichts – dir nichts, ihre Verantwortung dafür aufgekündigt. Ein Glück nur, dass die heftigen Geburtswehen weder Wesen noch Werden des zukünftigen Kindes, welches diese Schreckensnachricht geboren hat, negativ beeinflusst haben, – nein, ganz im Gegenteil.

Und so hat Jochen Schulz quasi per Handschlag „anstelle des entschlafenen Sozialausschusses“ den Grundstein für den Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde gelegt. Und entscheidend mit dazu beigetragen, dass dieser Seniorenbeirat mit seinen sozialen und über alle Generationen hinweg wirkenden Initiativen in Rheinland-Pfalz beispielgebend für viele Kommunen wurde. 

Seiner Initiative ist es auch zu verdanken, dass seit 13 Jahren der Katharinentreff im evangelischen Gemeindehaus in Linz für die älteren Menschen der Verbandsgemeinde seine Türen öffnet.

Das sind immer zwei Ecksteine seines Lebens gewesen: Kommunikation und Kultur. Für die Gestaltung des musikalischen Rahmens unserer Seniorentage hat er oft die Verantwortung übernommen und Gedichte aus und über unsere Heimat gerne selbst vorgetragen.

Noch vor wenigen Monaten war er mit seiner Frau Gertrud an der Gründung des Vereins „Bürger helfen Bürgern“ aktiv beteiligt.

Einen beeindruckenden Auftritt hatte er zuletzt im vergangenen November beim zweiten “Poetry Slam“ in Linz. Eigentlich eine Veranstaltung für ein eher jüngeres Publikum kam er dennoch richtig gut an. In seinem Text verglich er den bundesrepublikanischen Strunzer mit dem Linzer Strünzer.

Das Gedicht schloss mit den Worten: „Sieht mich jeder? Gott sei Dank! Der Strünzer betet ganz von fern: Verzeih’ mir, Gott, ich leb’ halt gern!“


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