Motivation
Der Faktor Zeit entscheidet
In Rheinland-Pfalz ist der Rettungsdienst so organisiert, dass spätestens nach 15 Minuten das rettungsdienstliche Fachpersonal am Einsatzort eintreffen und erste Maßnahmen einleiten muss. Die Anfahrtszeit eines Rettungsmittels hängt jedoch von verschiedenen Faktoren ab. Es kann vorkommen, dass Rettungsmittel bereits durch andere Einsätze gebunden sind und auf weiter entfernte Fahrzeuge zurückgegriffen werden muss. Während zudem in Städten und größeren Gemeinden die Distanz zwischen der Rettungswache beziehungsweise dem Fahrzeugstandort und dem Einsatzort häufig kurz ist, kann sie in ländlichen Regionen erheblich länger sein. Dadurch steigt auch der Einfluss durch Verkehr- und Witterung. Starker Schneefall, Glatteis oder Staus können die Anfahrtszeit erheblich verlängern. In Einzelfällen kann es daher vorkommen, dass die Hilfsfrist trotz der vorhandenen Rettungsdienst-Infrastruktur nicht eingehalten werden kann.
Bei akut lebensbedrohlichen Verletzungen oder Erkrankungen kann sich jede Minute, die ohne die Einleitung qualifizierter Erster Hilfe verstreicht, nachteilig auf das Überleben beziehungsweise die Genesung des Patienten auswirken. Ausgehend von aktuellen Untersuchungen wird beispielsweise angenommen, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einem Herzstillstand um 10 % pro Minute, die ohne die Aufnahme von Wiederbelebungsmaßnahmen vergeht, sinkt.
Ersthelfer vor Ort
Notfallhilfe aus der Nachbarschaft
Die Ersthelfer der Verbandsgemeinde haben die Aufgabe, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit qualifizierten basismedizinischen Maßnahmen zu überbrücken. Medizinische Notfälle werden immer über die europaweite Notrufnummer 112 an die nächstgelegene Rettungsleitstelle gemeldet. Diese alarmiert umgehend das nächstgelegene Rettungsmittel des Rettungsdienstes. Abhängig vom gemeldeten Notfall werden zusätzlich die Ersthelfer der Verbandsgemeinde Linz am Rhein alarmiert. Dank ihrer örtlichen Nähe können sie oft schneller am Einsatzort sein und so wertvolle, lebensrettende Zeit gewinnen.
Die Ersthelfer ersetzen nicht den Rettungsdienst, sondern ergänzen ihn als freiwillige Maßnahme. Da das System auf ehrenamtlicher Basis organisiert ist, gibt es im Gegensatz zum Rettungsdienst keine garantierte Hilfe. Es besteht eine Bereitschaft der Mitglieder ohne Verpflichtung.
Die Ersthelfer wohnen oder arbeiten im Gebiet der Verbandsgemeinde Linz am Rhein und werden speziell für ihren Einsatz medizinisch geschult und fortgebildet. Zudem erhalten sie eine erweiterte Erste-Hilfe-Ausrüstung, um bei ihren Einsätzen bestmögliche Maßnahmen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ergreifen zu können. Das Projekt wird aus Spenden finanziert.