Sprachrohr der Generation 60 Plus
Der Seniorenbeirat wurde 1999 gegründet und versteht sich als Sprachrohr für ältere MitbürgerInnen ab 60, also für fast ein Drittel der Bevölkerung. Daraus bestimmt sich auch sein Auftrag: Feststellen der offenen und verborgenen Sorgen dieser Bevölkerungsgruppe, benennen der dafür relevanten Ursachen, beeinflussen des öffentlichen Bewusstseins und anregen von Veränderungen.

Der aktuelle Seniorenbeirat trat im Oktober 2024 erstmalig zusammen
Bürgermeister Frank Becker als Vorsitzender des Seniorenbeirates begrüßte die neuen und wiedergewählten Mitglieder des Gremiums. Insgesamt besteht der Beirat aus dreißig Mitgliedern, die zum Teil auch als Vertreter von sozialen Einrichtungen tätig sind oder die Stadt Linz und Ortsgemeinden im Beirat bis 2029 vertreten.
Weil der Seniorenbeirat alle sozialen Einrichtungen in seine wichtige Arbeit einbeziehen möchte, wurden die Vertreter dieser Institutionen, die nicht in der Verbandsgemeinde wohnen, als Mitglieder kooptiert. Sie nehmen an den Sitzungen beratend und ohne Stimmrecht teil.
Bei der ersten Sitzung gewählt wurden auch die Ansprechpartner des Seniorenbeirates für die Seniorenheime und für die Schulen in der Verbandsgemeinde. Es ist dem Beirat sehr wichtig, den Kontakt zu diesen Einrichtungen zu festigen bzw. auszubauen.
Wie wichtig die Arbeit des Seniorenbeirates ist, zeigen diese Beispiele: ehrenamtlicher Bürgerfahrdienst, Gemeinde-Cafés, KatharinenTreff, Gründung des Fördervereins für Hospizarbeit und des Vereins Bürger helfen Bürgern, Repair-Café und vieles mehr.
Seit vielen Jahren veranstaltet der Beirat Seniorentage mit Informationen und Unterhaltung, in diesem Jahr war es zum 25jährigen Jubiläum das Fest der Kulturen auf dem Linzer Markplatz.
Ein wichtiges Anliegen des Seniorenbeirates ist die Zusammenarbeit mit der Jugend, ein Thema, dem sich die Mitglieder in der Zukunft besonders widmen wollen.
Satzung des Seniorenbeirates
Satzung der Verbandsgemeinde Linz am Rhein über die Bildung eines Seniorenbeirats
vom 22.07.2005
Der Verbandsgemeinderat Linz am Rhein hat auf Grund der §§ 24 und 56 a Abs. 1 Satz 1 der Gemeindeordnung (GemO) in der Sitzung am 21. Juli 2005 die folgende Satzung beschlossen, die hiermit bekannt gemacht wird:
§ 1 Einrichtung eines Seniorenbeirats
Zur Wahrnehmung der Interessen der älteren Einwohnerinnen und Einwohner (Seniorinnen und Senioren) in der Verbandsgemeinde Linz am Rhein wird ein Seniorenbeirat gebildet.
§ 2 Aufgaben des Seniorenbeirats
(1) Der Seniorenbeirat ist die Interessenvertretung der Seniorinnen und Senioren. Er kann über die Angelegenheiten beraten, die die Belange der Seniorinnen und Senioren berühren. Gegenüber den Organen der Verbandsgemeinde kann sich der Seniorenbeirat hierzu äußern, soweit Selbstverwaltungsangelegenheiten der Verbandsgemeinde betroffen sind. Auf Antrag des Seniorenbeirats hat der Bürgermeister Angelegenheiten im Sinne des Satzes 2 dem Verbandsgemeinderat nach vorheriger Behandlung im zuständigen Fachausschuss zur Beratung und Entscheidung vorzulegen.
(2) Die Geschäftsordnung des Verbandsgemeinderates bestimmt, in welcher Form Mitglieder des Seniorenbeirats im Rahmen seiner Aufgaben an Sitzungen des Verbandsgemeinderates und seiner Ausschüsse teilnehmen.
§ 3 Bildung und Mitglieder des Seniorenbeirats
(1) Der Seniorenbeirat hat bis zu 30 Mitglieder und für jedes Mitglied eine/n Stellvertreter/in.
(2) Die Mitglieder des Seniorenbeirats werden vom Verbandsgemeinderat für die Dauer der Wahlzeit des Verbandsgemeinderates gewählt. Wählbar sind alle Einwohnerinnen und Einwohner mit Hauptwohnsitz in der Verbandsgemeinde Linz am Rhein.
(3) Für die Wahl von Ersatzpersonen gilt Absatz 2 entsprechend.
(4) Die Mitglieder des Seniorenbeirats üben ein Ehrenamt aus. Sie erhalten eine Aufwandsent-schädigung in Form eines Sitzungsgeldes entsprechend den Bestimmungen der Hauptsatzung der Verbandsgemeinde Linz am Rhein.
§ 4 Vorsitz und Verfahren
(1) Der Seniorenbeirat wählt aus seiner Mitte eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden und zwei Stellvertreterinnen oder Stellvertreter. Solange führt den Vorsitz der Bürgermeister.
(2) Der Bürgermeister und bei dessen Verhinderung können die Beigeordneten an den Sitzungen des Seniorenbeirats mit beratender Stimme teilnehmen. Der Bürgermeister informiert den Seniorenbeirat frühzeitig über die zur Beratung und Beschlussfassung in Sitzungen des Verbandsgemeinderates und seiner Ausschüsse anstehenden Angelegenheiten, die die Belange der Seniorinnen und Senioren berühren und gibt dem Seniorenbeirat Gelegenheit zur Stellungnahme und Mitwirkung gemäß § 2.
(3) Die Verwaltungsgeschäfte des Seniorenbeirats führt die Verbandsgemeindeverwaltung Linz am Rhein.
(4) Im Übrigen gelten die Bestimmungen der Geschäftsordnung des Verbandsgemeinderates sinngemäß.
§ 5 Inkrafttreten
Diese Satzung tritt am Tag nach der öffentlichen Bekanntmachung in Kraft.
Linz am Rhein, 22.07.2005
(Klaus Hannuschke)
BürgermeisterMitglieder des Seniorenbeirates
Vorsitzender: Bürgermeister Frank Becker
1 Schmaus Waltraud, stellv. Vorsitzende des Seniorenbeirates
2 Walter Wolfgang, stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirates
3 Birk Peter, Vertreter der Ortsgemeinde Ockenfels
4 Frömbgen Egon, Vertreter der Ortsgemeinde Kasbach-Ohlenberg
5 Germscheid Oskar, Vertreter der Ortsgemeinde Vettelschoß
6 Gillrath Peter, Weltladen Linz
7 Heck Wilfried, Bürgerfahrdienst
8 Henn Susanna, FDP-Senioren
9 Herrn Friedhelm, Gemeinde-Café Dattenbeerg
10 Höcker Bettina, Pflegestützpunkt Asbach (für St. Katharinen und Vettelschoß)
11 Hommes Friedhelm, Vertreter der Ortsgemeinde Dattenberg
12 Hoppen Bruno, Vertreter der Stadt Linz am Rhein
13 Dr. Kohl Hanna, Heimbeirat Seniorenheim der Verbandsgemeinde Linz
14 König Harald, Bürgerstiftung Vettelschoß
15 Kraus Heinz
16 Latz Wolfgang, SPD OV Linz
17 Lorscheid Manfred, Stiftung Bahn-Sozialwerk
18 Lustinger Katharina, Ansprechpartnerin für die Heime und Schulen in der VG Linz
19 Matzat Günter
20 Neumann Thomas, ILCO Selbsthilfegruppe21 Rahn Wolfgang, Vertreter der Ortsgemeinde St. Katharinen
22 Schmaus Josef, DRK Ortsverein Linz
23 Schmitt Ewald
24 Schmitz Hans-Joachim, Eine-Welt Linz
25 Schwedthelm Hans-Joachim, SPD Leubsdorf
26 Simons Karl-Heinz
27 Strauch Vera, Gemeinde-Café Vettelschoß
28 Stuip Geza, SPD Linz
29 Vietor Hans Rüdiger, Ansprechpartner für die Heime in der VG Linz
30 Wester Stefan, Förderverein für Palliativ- und Hospizarbeit Rhein-Wied e.V.
Beratende (kooptierte) Mitglieder
Billinger Traudel, EhrenmitgliedBraun Gertrud, Ehrenmitglied
Brosowski Gerd, Tafel Linz
Dötsch Ralf, Leitung Seniorenheim der Verbandsgemeinde Linz
Einberger Brigitte, Leitung Senioren-Residenz St. Antonius Linz
Fischer Hans-Günter, Ehrenmitglied
Freymann Christiane, Ambulantes Hospiz
Ley Angelika, Helvita Seniorenzentrum Linzer Berg
Monter Ursula, Katholische Pfarreiengemeinschaft Linz
Nantke Andrea, Katholische Familienbildungsstätte
Rascic-Durdzic Ilhana, Pflegeberatung Linz
Rosenmüller Roswitha, Gemeindeschwester plus
Schmitz Michaela, Franziskaner mobil Linz
Schranz Gerhild, Pflegestützpunkt Linz
Jubiläum 20 Jahre Seniorenbeirat
Jubiläumsveranstaltung zum 20-jährigen Bestehen des Seniorenbeirats
Festakt mit Musik und prominenten Gästen füllte die Linzer Stadthalle

Linz. Das 20-jährige Bestehen des Linzer Seniorenbeirats wurde im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung in der Linzer Stadthalle gebührend gefeiert. Als einer der ältesten Seniorenbeiräte Rheinland-Pfalz`, der zugleich einige der innovativsten Ansätze und Ideen bundeweit entwickelt hat, stellt der Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde Linz von seinen Anfängen bis in die heutige Zeit eine Besonderheit dar. Entsprechend hochkarätig fiel das Programm der Festveranstaltung aus – und selbstverständlich auch die Gäste, unter denen sich Erwin Rüddel, MdB, und die Landtagsabgeordnete Ellen Demuth befanden.

Nach einer musikalischen Eröffnung am Flügel durch den Besitzer der Musikschule Fuchs, Johannes Fuchs, mit stimmungsvollen Klavierstücken gab sich als erster Festredner Verbandsgemeindebürgermeister Hans-Günter Fischer die Ehre. In einer engagierten und humorvollen Rede umriss Hans-Günter Fischer, der zugleich auch – eine weitere Besonderheit des Seniorenbeirats der VG Linz – Vorsitzender des Seniorenbeirats ist, die Entstehungs-geschichte und Leistungen dieses Gremiums in den vergangenen zwei Jahrzehnten. Entstanden ist es als Reaktion auf einen kritischen Brief des Linzer Bürgers Jochen Schulz, indem er u. a. den Verlust des sozialen Kitts der Gemeinde beklagte, die fehlende Zusammenarbeit der Parteien, den Niedergang der Kneipen- und Vereinskultur – kurzum, in dem er seinem Unmut und seiner Sorge Luft machte, dass auch diese Gemeinde immer kälter und einsamer wurde. „Mein Vorgänger rief dann den Seniorenbeirat als vielfältig einsetzbares Instrument gegen diese Entwicklung ins Leben,“ berichtete Hans-Günter Fischer, „Wie gut und kreativ die Ideen aus Linz sind, merkt man schon allein daran, dass viele der hier entstandenen Projekte auch von anderen Kommunen übernommen werden. Erst kürzlich beispielsweise hatten wir einen Anruf aus Berlin-Neukölln mit der Frage, wie denn unsere Erfahrungen mit der vermutlich bundesweit einmaligen Linzer „Kümmerin“ Waltraud Schmaus seien. Mit der „Kümmerin“ hat man in Linz eine Ansprechpartnerin für alle Belange und Probleme älterer Menschen geschaffen, die im direkten Kontakt unbürokratisch Hilfen und Lösungen organisiert. Offenbar denkt man dort darüber nach, diese Idee zu adaptieren.“

Der Höhepunkt des Festaktes war zweifelsohne die Festrede des Bundesministers a. D. Franz Müntefering. Mit fast 80 Jahren stellte der Vorsitzende der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen) scheinbar mühelos sein Talent als Redner unter Beweis – und damit gleichzeitig, wie aktiv und präsent „die Senioren“ im Jahr 2019 noch sind. Mit viel Humor und Biss fesselte der 79-jährige sein Publikum mit Fragen wie: „Wann ist man eigentlich alt?“ oder dem BAGSO-Motto „Wie wollen wir leben – und was wollen wir dafür tun?“. Er betonte, wie ungemein wichtig es ist, auf die Kommunikation zwischen den Generationen zu achten, um miteinander im Kontakt zu bleiben: „Ich habe nicht Recht, weil ich fast 80 bin. Und ein 19-jähriger nicht Unrecht, nur weil er 60 Jahre jünger ist. Die Vernünftigen jeder Generation müssen miteinander reden. Sie müssen zusammenarbeiten und verhindern, dass die Bekloppten nicht gewinnen.“ Die deutlichen Worte des früheren Vizekanzlers beeindruckten viele Zuhörer, mit Verve und Nachdruck machte er noch einmal sein Anliegen deutlich: „Es geht hier nicht um „wir gegen die“ – wir möchten eine gerechte Verteilung der Anteile. Und wir haben auch eine Aufgabe: wir müssen für unsere Kinder und Enkel sorgen – damit das mit unserem Planeten hier gut weiter läuft.“ Doch der Bundesminister a. D. scheute sich auch nicht, klar zu sagen, wie schlecht es um viele Angehörige der älteren Generation bestellt ist. Wie schwierig es sein kann, als alter Mensch in einer Gesellschaft zu leben, in der der direkte Kontakt zwischen den Einzelnen immer mehr abnimmt. Wie still es um einen Menschen wird, nachdem die eigenen Kinder aus dem Haus sind und meist in einer anderen Stadt, der Ehepartner verstorben. Eindringlich schilderte er die Einsamkeit: „Die implodieren, diese Menschen. Sie haben niemanden zum Reden.“ Umso deutlicher wurde den Zuhörern die Notwendigkeit einer Institution wie dem Seniorenbeirat – um diesen Menschen eine Stimme zu geben, eine Anlaufstelle und Interessenvertretung.

Nach seiner beeindruckenden Rede fand der BAGSO-Vorsitzende sogar noch die Zeit, sich dem darauf folgenden Podiumsgespräch anzuschließen. Gemeinsam mit Verbandsgemeinde-bürgermeister Hans-Günter Fischer, der VG-„Kümmerin“ Waltraud Schmaus und Helmut Muthers vom Bundesverband der Initiative 50plus wurden unter dem Titel „Demografischer Wandel – wir tun was!“ verschiedenste Aspekte des Lebens von und mit älteren Menschen in lockerer Runde erörtert und es entspann sich eine lebhafte Unterhaltung.

Mit einer weiteren musikalischen Einlage von Johannes Fuchs und einem gemeinsamen Imbiss schloss die Veranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Linzer Seniorenbeirats. Viele der Anwesenden Gäste blieben nach der inspirierenden Rede im angeregten Gespräch noch eine ganze Weile beisammen sitzen, bevor sich die Gesellschaft langsam auflöste.
Archiv
Reparieren statt Wegwerfen – jetzt auch in der Region Linz
Gemeinsam mit dem Verein BÜRGER HELFEN BÜRGERN richtet der Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde Linz ein Repair-Café ein. Mit im Boot sind die Ehrenamtlichen des ehemaligen Repair-Cafés Rheinbrohl.

Entsprechende Räumlichkeiten mit barrierefreiem Zugang sind in der Scherer-Passage gefunden worden. Dort unterstützen ehrenamtliche Experten die Besucher dabei, Defekte an mitgebrachten Gebrauchsgegenständen zu untersuchen und im besten Falle gemeinsam zu reparieren.
Für verschiedene Reparaturen aus den Bereichen Elektro/Elektronik, Holz, oder Fahrrad stehen Reparaturfachkundige und die notwendigen Materialien und Werkzeuge vor Ort bereit. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt – repariert wird hier in entspannter, gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen. Die Eröffnung des Repair-Cafés war am 06. April 2022.
Bei der ASD-Tagespflege in der Scherer-Passage Linz, Am Sändchen 30- 34. öffnet die Einrichtung jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat von 16:00 bis 18:00 Uhr.
Durch das gemeinsame Reparieren setzen engagierte Bürgerinnen und Bürger ein Zeichen gegen eine sorglose Wegwerf-Gesellschaft und schonen obendrein wertvolle Ressourcen, weil Gebrauchsgüter länger nutzbar bleiben. Auch die wieder instand gesetzten Gegenstände erhalten eine neue Wertschätzung – statt auf dem Müll zu landen. Laien und Experten arbeiten gemeinschaftlich zusammen, geben Hilfe zur Selbsthilfe und regen so zu einem bewussten Konsumverhalten an.
Wer beim ehrenamtlichen Repair-Café mitmachen möchte, kann sich gerne bei BÜRGER HELFEN BÜRGERN, E-Mail info@buergerhelfenbuergern.com oder 0171 818 66 96, melden. Weitere Informationen unter www.buergerhelfenbuergern.com
Klaus Krumscheid 14.10.2022