Die Verbandsgemeinde Linz am Rhein rüstet ihre Straßenbeleuchtung auf LED-Technik um

Künftig wird ein warmweißes Licht mit etwa 3000 Kelvin die Straßen in der Region erhellen – allerdings nicht mehr dauerhaft in voller Intensität. Denn die neuen LED-Leuchten sind mit intelligenter Technik ausgestattet: Sie reagieren auf Bewegung und passen ihre Helligkeit entsprechend an. Wird keine Aktivität erkannt, dimmen sie automatisch herunter und erhöhen ihre Leuchtkraft erst wieder, wenn sich Menschen oder Fahrzeuge nähern. Dadurch wird Licht gezielter eingesetzt, Energie gespart und gleichzeitig die Lichtverschmutzung reduziert.

Auch technisch gehen die neuen Leuchten einen großen Schritt nach vorn. Bis auf die Lampen in Dattenberg werden alle Module digital vernetzt sein und über einen eigenen Mobilfunkanschluss verfügen. Damit können sie aus der Ferne gesteuert sowie gewartet werden über spezielle Dongle-Lösungen. Die einfache Nachrüstung in Dattenberg ist jedoch jederzeit möglich.

Gleichzeitig sind die neuen Lampen deutlich langlebiger als herkömmliche Systeme: Mit einer Lebensdauer von etwa 20 bis 25 Jahren reduzieren sich Wartungsaufwand und Folgekosten erheblich. Im Zuge der Umrüstung werden ausschließlich die Lampenköpfe ausgetauscht, während die bestehenden Masten weiterhin genutzt werden.

Zum offiziellen Auftakt des Projekts trafen sich Bürgermeister Frank Becker, die Ortsbürgermeister beziehungsweise deren Beigeordnete, der Stadtbürgermeister sowie Vertreter der Verwaltung in St. Katharinen mit Geschäftsführer Sven Dressel und Projektmanager Jürgen Schmickler von der AEC Illuminazione GmbH, die den Zuschlag für die Umsetzung erhalten hatte.

Die Gesamtkosten belaufen sich dabei auf rund 1,44 Millionen Euro. Durch die Nutzung umfangreicher Förderungen sinkt der finanzielle Aufwand für die Ortsgemeinden jedoch erheblich. 25 Prozent der Kosten werden über ZUG-Mittel (Zukunft-Umwelt-Gesellschaft) gedeckt, weitere 20 Prozent steuert das ZEIS-Programm (Zukunftsfähige Energieinfrastruktur) bei und rund 38 Prozent kommen durch die KIPKI-Förderung (Kommunales Investitionsprogramm Klimaschutz und Innovation) zusammen. Für die Kommunen der Verbandsgemeinde verbleibt damit nur noch ein Eigenanteil von etwa 17 Prozent.

Auch die energetischen Effekte sind erheblich. Der bisherige Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung liegt bei rund 1.340 Megawattstunden pro Jahr. Nach der Umrüstung wird er auf etwa 268 Megawattstunden sinken.

Bürgermeister Frank Becker betonte beim Projektstart die Bedeutung der gemeinsamen Anstrengung: „Ich freue mich, dass alle Ortsgemeinden hier schnell und unkompliziert an einem Strang gezogen haben und wir es geschafft haben, das Projekt aus drei Fördertöpfen zusammen zu finanzieren. Bereits nach drei bis vier Jahren werden sich die Kosten der neuen Lampen durch ihren sparsameren Stromverbrauch amortisiert haben. Sie sind nicht nur wartungsärmer, sondern sparen natürlich auch enorm viel CO₂ ein. Zu erwarten sind rund 375 Tonnen pro Jahr, die wir weniger ausstoßen werden.“

Auch von Seiten des ausführenden Unternehmens wurde der Nutzen der neuen Technik hervorgehoben. So erklärte Sven Dressel, Geschäftsführer der AEC: „Durch die smarte Steuerung der Leuchten mit Bewegungsmeldern können wir Licht viel gezielter einsetzen, wo es wirklich gerade gebraucht wird. Das spart nicht nur Energie, sondern senkt auch die Lichtverschmutzung in der Region. Die intelligente Schaltung könnte anfangs für die Bürgerinnen und Bürger etwas ungewohnt sein. Ohne erkannte Aktivität vor Ort strahlen die LEDs nur mit 20 Prozent der eigentlichen Leuchtkraft. Nachtaktive Tiere werden dadurch aber erheblich weniger in ihrer Orientierung und in ihrem Verhalten gestört.“


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