In Rheinland-Pfalz ist der Rettungsdienst so organisiert, dass die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist von 15 Minuten im Regelfall eingehalten wird. In Einzelfällen kann diese Frist jedoch überschritten werden. Genau hier setzt das neue Projekt an: Ehrenamtliche Ersthelfer können im Durchschnitt bereits nach etwa 4,5 Minuten am Einsatzort eintreffen – und damit wertvolle Zeit überbrücken, bis Rettungsdienst oder Notarzt eintreffen.
Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand am größten sind, wenn innerhalb von fünf Minuten mit der Wiederbelebung begonnen wird. Die Aufgabe der ehrenamtlichen Ersthelfer besteht darin, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit qualifizierten basismedizinischen Maßnahmen zu überbrücken.
Alarmiert werden bei einem Notfall sowohl der Rettungsdienst als auch Ersthelfer über die Leitstelle in Montabaur. Die Ersthelfer erhalten die Einsatzmeldung über eine Smartphone-App und können so häufig schneller vor Ort sein als der Rettungswagen. Eine Alarmierung der Helfer erfolgt ausschließlich bei Herz-Kreislauf-Stillständen.
Die Ersthelfer werden mit einer Sanitätstasche ausgestattet. Zusätzlich steht in einer erweiterten Ausstattung ein AED‑Defibrillator zur Verfügung.
Vor ihrem ersten Einsatz nehmen alle Ersthelfer verpflichtend an einer theoretisch-praktischen Einweisung teil. Hinzu kommen regelmäßige Fortbildungen, um einen einheitlichen Ausbildungsstand sicherzustellen und die Helfer bestmöglich auf ihre Einsätze vorzubereiten.
Im Verbandsgemeinderat wurde das Projekt von Christoph Teuner aus der Verwaltung vorgestellt, der gemeinsam mit einem Leitungsteam - bestehend aus medizinischem Fachpersonal - für die Umsetzung des Projektes sorgt.
Ebenfalls anwesend war Helmut Hecking, Leiter der Wirtgen‑Stiftungen. Er erläuterte die Motivation der Stifter:
„Für die Brüder Wirtgen ist jedes Leben, das durch eine schnellere medizinische Versorgung gerettet werden kann, den Aufwand mehr als wert.“
Auch Bürgermeister Frank Becker dankte den Stiftern ausdrücklich für ihr Engagement:
„Ich freue mich sehr, dass wir dank der Unterstützung von Jürgen und Stefan Wirtgen ein so sinnvolles und lebenswichtiges Projekt in unserer Verbandsgemeinde umsetzen können. Ihre Spende wird in unserer Region ganz sicher Leben retten. Dafür danke ich ihnen auch im Namen aller Bürgerinnen und Bürger herzlich.“
Zugleich zeigte sich der Bürgermeister zuversichtlich, dass sich viele Menschen engagieren werden:
„In der Verbandsgemeinde Linz am Rhein wird das Ehrenamt seit jeher großgeschrieben. Deshalb bin ich sicher, dass wir schon bald ein dichtes Netz an Ersthelfern aufbauen können.“
Der Verbandsgemeinderat stimmte dem Projekt einstimmig zu.
Die Jürgen Wirtgen Stiftung und die Stefan Wirtgen Stiftung engagieren sich seit ihrer Gründung im Jahr 2020 mit eigenem Stiftungsvermögen für gemeinnützige Projekte und Organisationen im regionalen Umfeld. Unterstützt werden vor allem Initiativen in den Bereichen Nothilfe, Armutsbekämpfung, Bildung und Sport.
Weitere Informationen sowie eine ausführliche Vorstellung des Projekts folgen in den kommenden Wochen.
Bild: V.l.n.r. Helmut Hecking Stiftungsleiter Wirtgen Stiftungen, Christoph Teuner, Wolfgang Splitt, Frank Becker, Dr. Torben Rüddel, Peter Bächle und André Momm

