Klimaschutz und Wärmewende: Region Linz stellt Weichen für die Zukunft

Klare Zahlen, große Aufgaben

Das mit Unterstützung von Fachleuten erarbeitete Klimaschutzkonzept zeigt deutlich: Die Verbandsgemeinde steht vor großen Herausforderungen, verfügt zugleich aber über erhebliche Potenziale. Für das Jahr 2022 weist die Treibhausgasbilanz insgesamt 114.363 Tonnen CO₂-Äquivalente aus. Pro Einwohner entspricht dies 5,91 Tonnen CO₂ – langfristig angestrebt wird ein Wert von unter einer Tonne pro Person.

Besonders stark ins Gewicht fallen die Bereiche Mobilität und Wärme, die jeweils 37 Prozent der Emissionen verursachen. Ein Blick auf den Gebäudebestand unterstreicht den Handlungsbedarf: Rund 70 Prozent der Wohngebäude wurden vor 1990 errichtet, 44 Prozent der Heizungsanlagen sind älter als 20 Jahre.

Gleichzeitig macht die Potenzialanalyse Mut. Rein bilanziell könnte die Verbandsgemeinde ihren künftigen Energiebedarf vollständig aus lokalen erneuerbaren Quellen decken – ein starkes Signal für die Region.

Klimaschutz ist Teamarbeit: 



Wärmeplanung mit Blick auf 2045

Die Kommunale Wärmeplanung liefert erstmals eine räumlich präzise Grundlage für die zukünftige Wärmeversorgung. Ziel ist eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis spätestens 2045. Derzeit stammen jedoch noch über 90 Prozent der Wärme aus fossilen Energieträgern erläuterte Emanuel Altmeier vom IfaS (Institut für angewandtes Stoffstrommanagement).

Im Zentrum der Wärmewende steht die Wärmepumpe. Sie gilt als zukunftsfähiger Standard – insbesondere in Kombination mit einer eigenen Photovoltaikanlage und Stromspeichern, wie mehrere Besucherinnen und Besucher betonten. Aber auch Holzheizungen (Pellets- oder Scheizholzkessel) können in einigen Fällen eine sinnvolle Alternative sein, im besten Fall ergänzt durch eine Solarthermieanlage. 

Darüber hinaus wurden in der Altstadt Linz und in Vettelschoß zwei Fokusgebiete für die Wärmenetzversorgung identifiziert, welche grundsätzlich eine gute Eignung aufweisen. Ein konkretes Betreibermodell gibt es aktuell jedoch nicht, sodass eine Realisierung zum jetzigen Zeitpunkt noch offen ist.



Diskussion um neues Gebäudeenergiegesetz

Auch bundespolitische Entwicklungen spielten eine Rolle. Diskutiert wurde die angekündigte Reform des Gebäudeenergiegesetz. Demnach soll die bisherige Vorgabe entfallen, wonach neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Stattdessen sollen Heizungen ab dem 1. Januar 2029 schrittweise einen steigenden Anteil CO₂-neutraler Brennstoffe nutzen. Energieanbieter wären dann gefordert, entsprechende Tarife mit Biomethan- oder synthetischen Anteilen anzubieten.

Zum Zeitpunkt der Veranstaltung lagen allerdings noch keine Details zur konkreten gesetzlichen Ausgestaltung vor.



„Wir sitzen alle im selben Boot“

Bürgermeister Frank Becker betonte in seinem Statement die gemeinsame Verantwortung: „Wir sitzen alle im selben Boot. Auch ich besitze noch eine alte Gasheizung. Solange sie funktioniert, hat mir mein Schornsteinfeger geraten, sie weiter zu nutzen. Wenn bei mir der Austausch ansteht, wird es vermutlich eine Wärmepumpe. Das ist der modernste Stand der Technik. Trotz höherer Anschaffungskosten wird sich das System über die Energiekosten mit der Zeit rechnen. Genau wie im Privaten gilt auch in unserer Region: Wir realisieren nur das, was wirtschaftlich tragfähig und verantwortungsvoll finanzierbar ist.“

Seine Worte trafen auf Zustimmung im Publikum. Viele Teilnehmende sprachen sich klar für moderne, strombasierte Heizsysteme aus – insbesondere in Verbindung mit selbst erzeugtem Solarstrom.


Vom Konzept zur Umsetzung

Mit der Präsentation der Konzepte beginnt nun die konkrete Umsetzungsphase. Das gemeinsam mit politischen Gremien entwickelte Leitbild gibt die Richtung vor: Die Verbandsgemeinde Linz am Rhein will klimaneutral werden, setzt auf Teamarbeit und verfolgt das Ziel, Klimaschutz aktiv für eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.

In den kommenden Monaten folgen vertiefende Machbarkeitsstudien, die Weiterentwicklung konkreter Maßnahmen sowie eine umfassende Beratung und Information der Bevölkerung.

Klimaschutzmanagerin Andrea Schlüter brachte es zum Abschluss auf den Punkt: „Gemeinsam können wir eine klimaneutrale Zukunft gestalten.“


Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten zum Klimaschutzkonzept und der Kommunalen Wärmeplanung:

Integriertes Klimaschutzkonzept

Kommunale Wärmeplanung

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