Erster „StadtStrünzer“ ist der gebürtige Linzer Musiker und Komponist Richard Wester, der vom 1. bis 12. Juli in der neuen Residenz lebte und arbeitete. Im Mittelpunkt seines Aufenthalts standen neue musikalische Ideen, die von seiner alten Heimatstadt und dem Lebensgefühl der Linzer inspiriert wurde.

Dass dies heute möglich ist, ist vor allem dem jahrelangen Engagement der Rheintor-Gruppe zu verdanken. Unter der Leitung von Dieter Lehmann gemeinsam mit seinen Mitstreitern Barbara Bussmann, Klaus Krumscheid, Wolfgang Latz, Uli Pachulski-Schumacher, Jan Lebenstedt und Erich Schönenberg wurde das historische Gebäude zwischen 2019 und 2021 im Inneren modernisiert und denkmalgerecht saniert. Heute befinden sich im oberen Geschoss ein kleines Apartment und darunter zwei Atelier- und Arbeitsräume – ideale Voraussetzungen für Künstlerinnen und Künstler.

„Unser Ziel war es, dem Rheintor wieder Leben einzuhauchen“, sagte Dieter Lehmann. Genau das sei nun gelungen. „Wenn alles klappt, haben wir künftig vielleicht jedes Jahr zwei „StadtStrünzer“. Unsere Region braucht einfach mehr Rituale.“
Für Richard Wester war die Rückkehr nach Linz weit mehr als ein Arbeitsaufenthalt.
Der international bekannte Saxophonist und Komponist verbindet mit dem Rheintor und seiner Heimatstadt und der Region unzählige Erinnerungen. Während seines Aufenthalts gewährte er spannende Einblicke in seine Arbeit und den Alltag im Rheintor.
„Gerade gestern hatte ich mein 50. Bühnenjubiläum“, erzählte Wester mit einem Lächeln. „Am Anfang wusste ich gar nicht so recht, wie ich mir die Unterkunft hier vorstellen sollte. Ich kannte das Rheintor ja nur von früher. Aber es ist einfach fantastisch hier. Mittlerweile könnte ich mir sogar vorstellen, acht Jahre oder länger hier zu verbringen“, sagte er lachend.

Besonders beeindruckt zeigte sich Wester von der Atmosphäre.
„Emotional sind das Welten. Alle meine Kindheitserinnerungen kommen hier in der Region Linz wieder hoch. Ich mache gerade inneren Frieden mit meiner Kindheit. Die Gegend hat mich geprägt – und das macht mich sehr glücklich.“
Auch die Stadt selbst erlebte der Musiker heute mit anderen Augen.
„Im Moment fühle ich mich unten auf dem Marktplatz fast wie in Südfrankreich. Die Menschen hier sind unglaublich gastfreundlich und interessieren sich wirklich dafür, was ich hier mache.“
Im Atelier des Rheintors arbeitete Wester genauso wie zu Hause: mit Skizzen am Computer. Die eigentliche Produktion erfolgt später im Tonstudio.
„Die Inspiration kommt von hier“, sagte er. „Hier entstehen die Ideen.“
Überrascht hatte ihn dabei auch die Akustik der historischen Räume. „Das Atelier ist wie für mich geschaffen. Auch wenn es sicher nicht so geplant war – die Akustik hier ist für mein Saxophon wirklich wunderbar. Ich übe jeden Tag zwei bis drei Stunden. Am liebsten spiele ich Bach.“
Im September kehrt Wester dann erneut nach Linz zurück. Am Freitag, dem 18. September steht er mit seiner Band in der Stadthalle auf der Bühne.


