
Eingeladen hatte Klimaschutzmanagerin Andrea Schlüter. Auch Bürgermeister Frank Becker nahm an der Veranstaltung teil und zeigte sich angesichts des großen Interesses und der umfangreichen Expertise des Referenten beeindruckt.
Als Fachmann stand Energieberater Thomas Schmitz den Besucherinnen und Besuchern Rede und Antwort. Schmitz ist gelernter Schornsteinfegermeister und geprüfter Solarfachberater. Darüber hinaus hat er bereits rund 800 Energieausweise erstellt und etwa 400 KfW-Bauvorhaben als Energieeffizienzexperte begleitet.
Besonders anschaulich wurde der Vortrag dadurch, dass Schmitz die Funktionsweise einer Wärmepumpe anhand seines eigenen Hauses und dessen technischer Konfigurationen erläuterte. So konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachvollziehen, wie die Technik in der Praxis funktioniert und worauf bei Planung, Einbau und Betrieb zu achten ist.
Wärmepumpe nutzt Energie aus der Umwelt
Eine Wärmepumpe entzieht ihrer Umgebung Wärme und macht diese für die Beheizung von Gebäuden und die Warmwasserbereitung nutzbar. Bei den am häufigsten eingesetzten Luft-Wasser-Wärmepumpen wird die Wärme aus der Außenluft gewonnen. Möglich sind aber auch Systeme, die Erdwärme oder Wärme aus dem Grundwasser nutzen.
Das Grundprinzip lässt sich mit einem Kühlschrank vergleichen – nur umgekehrt: Während ein Kühlschrank seinem Innenraum Wärme entzieht und nach außen abgibt, entzieht die Wärmepumpe der Umwelt Wärme und hebt diese mithilfe eines Kältemittelkreislaufs auf ein höheres Temperaturniveau an.
Dabei kann aus einer Kilowattstunde Strom je nach Anlage, Gebäude und Betriebsbedingungen ein Mehrfaches an nutzbarer Wärme entstehen. Moderne Wärmepumpen erreichen unter geeigneten Bedingungen eine Jahresarbeitszahl von etwa 3 bis 5. Das bedeutet vereinfacht: Aus einer Kilowattstunde Strom können im Jahresmittel etwa drei bis fünf Kilowattstunden Wärme entstehen.

Steigende Kosten für fossile Energieträger
Schmitz ging auch auf die langfristige Entwicklung der Energiekosten ein. Seiner Einschätzung nach müssen sich Verbraucherinnen und Verbraucher darauf einstellen, dass das Heizen mit Gas künftig teurer werden kann. Neben der allgemeinen Entwicklung auf den Energiemärkten spielen dabei unter anderem steigende Anforderungen an den Einsatz erneuerbarer Energien sowie die CO₂-Bepreisung eine Rolle.
„Wichtig für Sie ist: Jeder darf noch neue Gasheizungen einbauen. Da gibt es momentan kein Limit oder einen Zwang. Es wird allerdings in Zukunft voraussichtlich immer teurer, Gas einzukaufen. Das gilt es zu bedenken“, erklärte Schmitz.
Für Hausbesitzer sei es deshalb sinnvoll, nicht nur die heutigen Kosten einer Heizung zu betrachten, sondern auch die langfristige Entwicklung der Energiepreise und die möglichen Folgekosten einzubeziehen.

Auch im Altbau kann eine Wärmepumpe funktionieren
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war die Frage, ob sich Wärmepumpen auch für ältere Gebäude eignen. Anhand verschiedener Praxisbeispiele zeigte Schmitz, dass eine Umrüstung grundsätzlich auch im Altbau möglich ist.
„Natürlich kommt man damit schwer an die Effizienz eines Neubaus mit seiner guten Dämmung heran. Aber auch im Altbau lassen sich Fenster, Wände und Dächer nachträglich dämmen, was den Wirkungsgrad deutlich steigert. So lohnt sich eine Wärmepumpe auch im Altbau“, erläuterte der Energieexperte.
Dabei komme es immer auf die individuellen Gegebenheiten des jeweiligen Hauses an. Dämmstandard, Heizflächen, benötigte Vorlauftemperaturen und das Nutzerverhalten müssten bei der Planung berücksichtigt werden.
Besonders interessant wird die Kombination mit einer Photovoltaikanlage. Der selbst erzeugte Solarstrom kann zumindest teilweise für den Betrieb der Wärmepumpe genutzt werden und dadurch die laufenden Energiekosten weiter reduzieren.

Fördermöglichkeiten genau prüfen
Großes Interesse bestand auch an den aktuellen Fördermöglichkeiten. Schmitz erläuterte, dass neben direkten Zuschüssen auch verschiedene Förderkredite genutzt werden können. Dabei könne es sich lohnen, nicht nur die Wärmepumpe selbst zu betrachten, sondern geplante energetische Sanierungsmaßnahmen von Anfang an in die Finanzierung einzubeziehen.
Je nach persönlicher Situation, Einkommen und den jeweils geltenden Förderbedingungen können erhebliche Zuschüsse und günstige Kredite zur Verfügung stehen. Schmitz empfahl deshalb, vor einer Investitionsentscheidung genau zu prüfen, welche Fördermöglichkeiten im konkreten Fall infrage kommen.
Bei der Förderung von Wärmepumpen können dabei bestimmte förderfähige Kostenobergrenzen gelten. Darüber hinaus bestehen Förderkredite, über die sich unter bestimmten Voraussetzungen auch weitere energetische Sanierungsmaßnahmen finanzieren lassen. Gerade bei Haushalten mit niedrigerem Einkommen können sich dabei besonders günstige Konditionen ergeben.
„Im Idealfall, je nach Einkommen und Fördermöglichkeiten können einem bis zu 80 Prozent der Investitionskosten abgenommen werden. Schnell sein lohnt sich hierbei unbedingt. Je länger man wartet, desto weniger Förderungen bekommt man von Jahr zu Jahr und die Investitionstöpfe leeren sich. Der Staat setzt damit Anreize für einen schnellen Umstieg.“, erklärte Schmitz.
Der Energieberater riet daher dazu, die verschiedenen Förderbausteine miteinander zu vergleichen und die geplanten Maßnahmen möglichst frühzeitig zu kalkulieren.

Mehr Unabhängigkeit durch erneuerbare Energien
Zum Abschluss fasste Schmitz die wesentlichen Vorteile einer Wärmepumpe zusammen. Dazu gehören aus seiner Sicht insbesondere die Möglichkeit, fossile Energieträger zu ersetzen, den CO₂-Ausstoß zu reduzieren und gemeinsam mit einer Photovoltaikanlage einen größeren Teil des benötigten Stroms selbst zu erzeugen.
Auch die zunehmende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und deren Preisentwicklung sei ein wichtiger Aspekt. Wer die Wärmepumpe mit einer eigenen Photovoltaikanlage kombiniere, könne den selbst erzeugten Strom unmittelbar für den eigenen Energiebedarf nutzen.
Der gut besuchte Infoabend zeigte deutlich, wie groß der Informationsbedarf rund um die zukünftige Wärmeversorgung ist. Für viele Hauseigentümer stellt sich inzwischen nicht mehr nur die Frage, welche Heizung heute funktioniert, sondern auch, welche Lösung langfristig wirtschaftlich und mit Blick auf die gesetzlichen und energetischen Entwicklungen sinnvoll ist.
Wer sich weiter zum Thema informieren oder eine individuelle Beratung in Anspruch nehmen möchte, kann sich auch direkt an Energieberater Thomas Schmitz wenden:
E-Mail: info@nrgie-neu-denken.de


